pdf Leserbrief zum BZ-Artikel Der Name Rosmann verschwindet von der Klinik
Von BI-RuK Admin 60 Downloads
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Mehr als nur ein Name
Mit Interesse habe ich den BZ-Artikel „Der Name Rosmann verschwindet von der Klinik“ gelesen.
Dass die neue Mediclin Fachklinik künftig ohne den Namen Pantaleon Rosmann auftritt, mag zunächst bedauerlich erscheinen. Betrachtet man jedoch die Geschichte, ist diese Entscheidung vielleicht sogar ehrlicher.
Pfarrer Pantaleon Rosmann setzte nach der Zerstörung Breisachs sein eigenes Vermögen ein, um Not zu lindern. Er gründete eine Armenkasse, unterstützte Bedürftige, richtete eine Suppenküche ein und stiftete schließlich den Bau eines Krankenhauses. Sein Handeln war geprägt von christlicher Nächstenliebe und dem Gedanken, allen Menschen zu helfen – unabhängig davon, ob sich Hilfe wirtschaftlich rechnete.
Mit der Privatisierung des Rosmann-Krankenhauses begann ein grundlegender Wandel. Aus dem von Pantaleon Rosmann gestifteten Krankenhaus wurde im Laufe der Zeit ein Krankenhaus im Unternehmensverbund einer Aktiengesellschaft. Dazwischen liegen nicht nur Eigentümerwechsel, sondern vor allem ein Wandel des Leitbildes. Die heutige Mediclin Fachklinik ist Ausdruck dieser Entwicklung. Das ist weder überraschend noch verwerflich. Eine Stiftung verfolgt einen gemeinnützigen Zweck. Eine Aktiengesellschaft verfolgt wirtschaftliche Ziele und trägt Verantwortung gegenüber ihren Aktionärinnen und Aktionären.
Nicht der Name ist deshalb das eigentliche Erbe Pantaleon Rosmanns. Sein Vermächtis war die Überzeugung, dass medizinische Versorgung den Menschen und dem Gemeinwohl verpflichtet ist.
Vielleicht ist es deshalb sogar konsequent, dass der Name Rosmann nun verschwindet. Denn verschwunden ist das, wofür Pantaleon Rosmann stand, bereits vor langer Zeit: ein Krankenhaus, das zuerst den Menschen diente – nicht wirtschaftlichen Interessen.
Iris Stellmacher, Breisach
